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07.09.09: Leipziger Volkszeitung, 30.7.2009: Karriere-Hemmnis Kind

Westdeutsche Akademikerinnen überdurchschnittlich oft kinderlos

Frankfurt/Main. Brigitte Pötzl hat immer wieder in sich hineingehorcht. Wenn wieder eine Freundin schwanger geworden war oder eine weitere Nichte zur Welt kam. Doch die innere Stimme flüsterte immer wieder das gleiche: „Keine Kinder!" Mit einem solchen Lebensweg steht die 52-jährige Ingenieurin aus Mühltal bei Darmstadt nicht alleine da. Laut dem gestern in Berlin vorgestellten Mikrozensus 2008 des Statistischen Bundesamtes bleiben in  Deutschland immer mehr Frauen ohne Kinder. Überdurchschnittlich häufig leben westdeutsche Akademikerinnen wie Brigitte Pötzl ohne Nachwuchs.

Laut dem Mikrozensus hat inzwischen jede fünfte Frau zwischen 40 und 44 Jahren keine Kinder. Zum  Vergleich: Unter den 20 Jahre älteren Frauen sind nur zwölf Prozent kinderlos. Konkrete Gründe für diese Entwicklung liefert die Studie nicht. Manche Frauen mögen zu lange auf den nächsten Karriereschritt oder eine feste Anstellung gewartet haben, wieder andere auf den geeigneten Mann. Bei Frauen wie Brigitte Pötzl war es eine bewusste Entscheidung.

Laut Mikrozensus, für den erstmals  Frauen zwischen 15 und 75 Jahren nach Nachwuchs befragt worden waren, sind es vor allem die studierten Frauen aus den alten Bundesländern, die die Familienplanung verzögern oder gar ad acta legen. So gilt für Westdeutschland: Je höher der Bildungsstand, desto häufiger die Kinderlosigkeit. 28 Prozent der westdeutschen Hoch- oder Fachhochschulabsolventen zwischen 40 und 75 Jahren haben demnach keine Kinder.

Auch wenn der jüngste Mikrozensus einen weiteren Geburtenrückgang prophezeit: Bei vielen jungen Kolleginnen beobachtet Pötzl die Sehnsucht, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Wie neulich etwa, als ihr eine 17-jährige in einem Chat gleich als allererstes die Frage stellte, ob man denn als Ingenieurin auch Mutter sein könne.

In solchen Momenten versucht  Pötzl, die im Deutschen Ingenieurinnen Bund engagiert und als Mentorin tätig ist, Mut zu machen. „Ich bin schon der Ansicht, dass man beides verbinden kann", sagt sie. Zugleich beobachtet die Ingenieurin aber auch, wie schwer es Frauen gemacht wird, sich für Kinder zu entscheiden - in einer Gesellschaft, in der die Kitaplätze rar sind und die Kindergärtnerin Punkt 17 Uhr Feierabend macht.

Vielleicht ist auch das ein Grund, warum laut Statistik im Osten, wo die  Betreuungsmöglichkeiten besser sind, nur acht Prozent der Frauen zwischen 40 und 75 Jahren keine Kinder haben, im Westen aber 16 Prozent. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) jedenfalls geht davon aus, dass das von ihr eingeführte Elterngeld, verbesserte Kinderbetreuung und mehr Ganztagsschulen bald auch in Westdeutschland eine Trendwende bringen.

Julia Gaschik, AFP